Ein EXKLUSIVES Lance-Henriksen.de-Interview mit NICHOLAS GYENEY, Regisseur, Autor und Produzent von THE PENITENT MAN

Wie wir bereits berichteten, drehte Lance Ende Oktober/Anfang November in Seattle einen neuen Film mit dem Namen The Penitent Man. Dem enormen Arbeitstempo von Regisseur, Autor und Produzent Nicholas Gyeney ist es wohl zu verdanken, dass wir nun, weniger als zwei Monate nach Beginn der Dreharbeiten, bereits einen kleinen, exklusiven Blick hinter die Kulissen dieses Films präsentieren können.

Die Dreharbeiten endeten planmäßig am 06. November 2009, wonach der Film direkt in die Nachbearbeitung ging. Anfang der 49. Kalenderwoche ging dann bereits der Trailer online und die Premiere des Films wird aller Voraussicht nach bereits im Januar 2010 in Seattle stattfinden, der Heimat von Gyeney.

Nicholas Gyeney wurde 1986 als Sohn ungarischer Eltern in Seattle geboren und ist durch seinen Vater von klein auf ein richtiger Filmfan geworden. Die Frage seines Berufswunsches hat sich daher nicht wirklich ernsthaft gestellt und schon 2006 war es dann so weit. Innerhalb eines knappen Jahres, vom Drehbuch schreiben bis zur Premiere, entstand sein erster Spielfilm The Falling, ein mit religiösen Motiven gespickter Fantasythriller, der in den USA auf DVD vertrieben wird. Leider gibt es derzeit noch keinen deutschen Vertrieb.

Das wird sich hoffentlich mit seinem aktuellen Projekt ändern, denn der Name Lance Henriksen dürfte inzwischen wirklich auch den letzten Produktmanagern in Deutschlands DVD-Häusern so geläufig sein, dass sie den Absatzmarkt dafür erkennen. Zu wünschen wäre es sowohl dem engagierten Regisseur als auch dessen Hauptdarsteller und uns, seinen Fans, natürlich auch.

Das Drehbuch zu The Penitent Man schrieb Gyeney zusammen mit Trevor Tillman, basierend auf seiner eigenen Story. Neben Co-Autor Tillmann, Kristina Steiner und David Ranney produziert der Regisseur den Film auch selbst und holt damit zum großen Schlag aus, der ihn einem breiteren internationalen Publikum bekannt machen könnte.

Ich bin sehr stolz darauf, dass sich Nicholas Gyeney die Zeit für ein exklusives Interview mit Lance-Henriksen.de genommen hat, in dem er über die Entstehung von The Penitent Man, seine bisherige Laufbahn und die Arbeit mit Lance Henriksen spricht.

Lathrop Walker und Lance Henriksen

Interview mit NICHOLAS GYENEY

Dominik Starck (DS): Hallo Nicholas, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Nicholas Gyeney (NG): Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite.

DS: Vorab: die Dreharbeiten von The Penitent Man sind inzwischen abgeschlossen und der Film in der Post-Production. Hast Du bereits einen Veröffentlichungsplan? Hast Du Festivals und dergleichen im Auge oder sogar schon so etwas wie ein Veröffentlichungsdatum?
 
NG: Wir sind gerade damit fertig geworden das Filmmaterial zu sichten. Bei diesem Film hat sich alles sehr schnell entwickelt. Wir haben Vertreiber, die Interesse an einem limitierten Kino-Release haben, allerdings ist der Deal noch nicht endgültig abgewickelt. Sobald wir mit der Post-Production fertig sind setzen wir uns zusammen um unseren Ablaufplan für die Veröffentlichung auszuarbeiten. Wie dem auch sei; wir haben auf jeden Fall vor, den Film überall auf Festivals laufen zu lassen.

DS: Du hattest Dein Debüt als Regisseur mit Deinem Film The Falling 2006. Danach arbeitetest Du an The Riot, der bisher nicht veröffentlicht wurde. Woher kam da auf einmal The Penitent Man?

NG: Ich drehte The Falling als 20-jähriger Filmstudent an der USC in Los Angeles. Nach dem Abschluss entwickelte ich The Riot. The Riot ist derzeit in der Vorproduktion aber wegen zu geringem Casting und anderen Rückschlägen erlaubte es die Zeit, ein Nebenprojekt zu entwickeln, das The Penitent Man wurde. Die Finanzierung für The Penitent Man stand bereits, daher entschied ich mich The Riot zu unterbrechen und mich auf diesen Film zu konzentrieren, was bisher eine erstaunliche Erfahrung war.

DS: Du scheinst ein wirklich schneller Filmemacher zu sein. Woher kommt das?

NG: Seit ich ein Kind war bin ich sehr getrieben, fokussiert und hingebungsvoll. Das hat viel damit zu tun, dass mein Vater starb als ich erst 12 Jahre alt war. Das zwang mich dazu meinem Leben schon in jungen Jahren eine Perspektive zu geben und trieb mich an, mich zu beweisen.

Als Filmemacher ist es stets wichtig eine konkrete Vision deines Filmes zu haben aber es ist genauso wichtig für jeden und alle Vorschläge offen zu sein, um ihn zu verbessern. Eine Vision kann jeden Film leichter machen und unglücklicherweise sind zu wenige Filmemacher bereit dafür.

DS: Kannst Du uns erklären worum es in The Penitent Man geht? Ich bin von der Genre-Titulierung Drama/Science-Fiction überrascht aber es klingt nach einer sowohl coolen als auch ungewöhnlichen Kombination.

NG: Der Film ist hauptsächlich ein emotionales Charakter-Drama mit einer Spur Science-Fiction über einen jungen Psychologen (Lathrop Walker), dessen Weg sich mit dem eines alten Patienten (Lance Henriksen) kreuzt, der behauptet, ein Geheimnis zu kennen, welches die Menschheit und die Welt vernichten könnte. Während er versucht, skeptisch zu bleiben, wird unser junger Psychiater immer tiefer und tiefer in die Geschichte dieses alten Mannes hineingezogen, was den Psychiater schließlich dazu zwingt sein eigenes Leben und seine Entscheidungen neu zu bewerten.

DS: Laut einigen Online-Quellen wird The Penitent Man mit extrem niedrigem Budget produziert. Fühlst Du Dich eingeengt durch die Budget-Beschränkungen?

NG: Wir hatten wirklich ein niedrigeres Budget aber die online genannten Zahlen sind völlig ungenau. Ich versichere Dir, dass wir mehr hatten als das.

DS: The Penitent Man hat eine interessante Besetzung- und ich rede hier von Lance Henriksen. Wie kam das Casting von ihm zustande? Wie war es mit ihm zu arbeiten?

NG: Zum Casting; ich kenne Andrew Keegan (10 Dinge, die ich an Dir hasse) seit geraumer Zeit, da er an meinem anderen Film, The Riot, beteiligt ist. Als sich der Fokus auf The Penitent Man verlagerte bot ich ihm sofort eine Rolle an [die Ovid Serrano heißt, Anmerkung des Übersetzers]. Bezüglich Lance; ich habe seine Arbeit bewundert seit ich ein Kind war. Der erste Film, an den zu sehen ich mich erinnere, war der Terminator, zusammen mit meinem Vater. Als ich den Film entwickelte fand ich, dass er der perfekte Mann für den Job wäre. Sobald ich es ihm angeboten hatte, schien er genauso zu fühlen.

Lance Henriksen mit Regisseur Nicholas Gyeney beim Dreh
 

Mit Lance zu arbeiten war unglaublich. Ein wirklicher Schauspieler, der es liebt zu arbeiten. Und ein großartiger Mann. Wir entwickelten eine wirklich enge Freundschaft während der Vorproduktion und der Produktion. Nachdem er meine Liebe für Terminator entdeckte ging er so weit mir DAS Portrait zu geben, welches James Cameron in den frühen 80ern von ihm ALS Terminator gemalt hatte. Es war einer dieser seltenen Momenten, in denen du weißt, dass du mit jemand Besonderen zusammen bist. Wirklich das rührendste und persönlichste Geschenk, das ich jemals bekommen habe.

Ich habe vor für viele Jahre mit Lance zu arbeiten.

DS: War die Arbeit und Deine Herangehensweise an The Penitent Man anders als bei Deinem Regiedebüt The Falling?

NG: Bei meinem ersten Film war es eine andere Mentalität. Der Film wurde mit extrem niedrigem Budget gedreht und die Crew bestand hauptsächlich aus Filmstudenten, die lediglich Anweisungen entgegen nehmen konnten. Damit blieb die Verantwortung jeder Abteilung bei mir, was ein sehr effizienter Weg ist einen Film zu ruinieren.
Anstatt darauf fokussiert zu sein wirklich die Schauspieler zu führen und zu versuchen, hinsichtlich der kreativen Elemente objektiv zu bleiben, war ich mit Ausleuchtung, dem Filmen und Dekorieren jeder einzelnen Szene beschäftigt. Es war erstaunlich, dass aus dem Film überhaupt etwas wurde. Letztlich war es eine Erfahrung, die mir mehr beibrachte als es jede Filmschule konnte, obwohl ich auf ähnliche Weise einen Film inszenierte als ich 17 war.
Die Erfahrung, die mir The Falling gab, erlaubte mir ein gewisses Maß an Vorbereitung um die Welt des Filmemachens in jungem Alter zu betreten. The Penitent Man ist mein erster Spielfilm mit einem signifikanten Budgetlevel, mit namhaften Schauspielern, einer unglaublich talentierten und professionellen Crew und einer breit geplanten Veröffentlichung. Ich bin 23 Jahre alt.

Regisseur Nicholas Gyeney beim Dreh
 

DS: Wie kamst Du auf die Story für diesen Film?

NG: Ich entwickelte die Story aus dem Versuch heraus, mich selbst kreativ herauszufordern. Ich wollte sehen ob es möglich war einen Film um ein Gespräch zwischen zwei Männern herum zu bauen und es dabei so fesselnd und faszinierend wie viele heutige Studiofilme zu haben. Von dieser Vorgabe aus begannen die Ideen zu rollen.
Ich finde es wichtig in jeder Entwicklungsphase die MEISTEN anfänglichen Ideen wegzuwerfen. Wenn sie schreiben oder etwas kreieren neigen die meisten Autoren, Künstler etc. dazu, von einer Reihe Ideen zu ziehen, die für sie am üblichsten sind. Das erklärt für mich den Mangel an Originalität in den meisten Filmen. Autoren denken an eine Idee, halten sie für gut und entwickeln sie weiter. Stattdessen wäre es, kreativ gesehen, das Beste, für jede gegebene Situation mehrere verschiedene Szenarios zu entwickeln und die fesselndsten, zwingendsten Momente von jedem zu verwenden. Das erlaubt dir die anfänglichen alten Ideen zu übertreffen, mit denen sich die meisten Künstler abzufinden scheinen.

DS: Wie ich weiß bist Du ein großer Filmfan. Wer inspiriert Dich?

NG: In der Welt des Kinos aufwachsend wurde ich immer von sehr emotionalen, dramatischen und spannenden Filmen angezogen, die das Publikum vorantreiben. Filmemacher wie James Cameron, Michael Mann, Luc Besson und Christopher Nolan sind alle Meister der Action und Genies dramatischer Spannung. Teile dieser Filmemacher haben verschiedene Bereiche meiner Arbeit stark inspiriert.

DS: An welchen anderen Projekten arbeitest Du?

NG: Als nächstes gehe ich nach Winnipeg [die Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba, Anmerkung des Übersetzers] um den Actionthriller The Riot zu drehen.


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Weitere exklusive Bilder sowie die in diesem Artikel abgebildeten Fotos in größerer Auflösung findet Ihr in unserer Galerie unter dem Filmtitel The Penitent Man.

Den Trailer zum Film findet Ihr in verschiedenen Größen auf der Homepage von Nicholas Gyeneys Produktionsgesellschaft Mirror Images Ltd. .

Wir danken Nicholas Gyeney herzlich für das Interview und vieles mehr und wünschen ihm für The Penitent Man und seine weitere Karriere alles Gute! Thanks a lot, Nick!

13.12.2009
DS