Das A-Team: Grenzschiebereien [1983-1987]

Genre: Action-Serie
Originaltitel: The A-Team: In Plane Sight
Laufzeit: 45:19 Min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1984
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Tony Mordente
Autor: Babs Greyhosky
Musik: Mike Post, Pete Carpenter
Stammdarsteller: George Peppard, Mr. T, Dwight Schultz, Dirk Benedict
Gastdarsteller: Anthony Charnota, Judy Strangis, Carmen Argenziano, Rod Colbin, Lance Henriksen, Bruce French, Grainger Hines, Lesley Woods, Crofton Hardester, Chad Dee Block


Kurzinhalt:

Als Frachtpilot Hicks (Crofton Hardester) über Venezuela Triebwerkprobleme bekommt und landen muss wird er von der Polizei aufgegriffen, die zu seiner eigenen Überraschung Schmuggelware in seiner Fracht ausfindig macht. Hicks' Familie indes glaubt an dessen Unschuld und engagiert das A-Team, um das Familienmitglied zu rehabilitieren. Schnell stößt das A-Team auf Drogendealer Corless (Anthony Charnota)…

 


Kritik:

In der Mitte der zweiten Staffel hatte sich das A-Team bereits tief in das Bewusstsein der amerikanischen Serienlandschaft gegraben und steuerte auf seinen dortigen Popularitätshöhepunkt zu. Heutzutage vermutlich ohne den Schleier der Nostalgie kaum noch nachvollziehbar trafen damals die vier unschuldig verfolgten und für die Gerechtigkeit eintretenden Männer einer Spezialeinheit den Nerv der Zeit. Vietnam lag als kollektives amerikanisches Trauma noch in frischer Erinnerung und hier wurde eine Sendung über vier Soldaten geboten, die von ihrer Regierung im Stich gelassen wurden. Unschuldig verurteilt und gejagt helfen sie dennoch denen, die unverschuldet in Not geraten sind, wobei sie listenreich und unter gleichermaßen großem Einsatz von Feuerkraft und Witz ans Werk gehen, jedoch nie jemand zu Schaden kommt.

Besonders letztgenannter Aspekt stößt heute eher albern auf, denn dass man dem Zuschauer verkaufen möchte, dass bei dem hohen Anteil an Action, Explosionen, Schlägereien, Crashs usw. niemand zu Schaden kam, grenzt schon an einen plumpen Verdummungsversuch. Und doch macht u.a. gerade dieser Umstand einen großen Teil des Charmes der Serie aus. Der zweite wichtige Punkt sind die unverwechselbaren Charaktere und ihre Darsteller, die, soweit noch lebend (George Peppard verstarb leider bereits 1994) auch heute noch in erster Linie mit ihren ikonisierten Rollen identifiziert werden.

Hierdurch ist es auch zu erklären, dass selbst die vielfache Wiederholung der Serie im deutschen Fernsehen, trotz einer bereits seit Jahren vollständigen DVD-Veröffentlichung, noch immer konstant ordentliche Quoten generieren kann, die eine Absetzung verhindern.

Die vorliegende Folge "Grenzschiebereien" hat einen deutschen Titel bekommen, der mit dem Original "In Plane Sight" nicht allzu viel zu tun hat, in Bezug auf den finalen Clou Hannibals aber ein schönes Wortspiel darstellt.

Die Folge an sich gestaltet sich etwas unspektakulär und bietet zwar im Grunde alle Bestandteile einer gelungenen A-Team-Episode, ohne jedoch ganz an die Klasse der wirklich großen Folgen heran zu reichen. Man hat beinahe ein wenig den Eindruck als wurde hier ein wenig gespart, denn alles wirkt etwas kleiner als sonst. Als Schurken fungieren Corless und seine zwei (!) Helfershelfer, die Venezuelanische Polizei wird von ein paar Statisten und dem sträflich unterforderten Carmen Argenziano repräsentiert. Auch an der Actionfront sieht es eher dürftig aus. Zwar gibt es eine Schlägerei, doch verdienen die paar Fausthiebe kaum den Namen. Das Actionhighlight ist dann Hannibals Flucht mit dem rollenden Flugzeug, das von ein paar Jeeps verfolgt wird. Auch nicht berauschend.

Abgesehen von dem "alles eine Nummer kleiner"-Aspekt gibt es aber nicht viel Grund zur Klage. Gleich zu Beginn gibt es eine schöne Grundsatzunterhaltung zwischen dem Team und Papa Hicks zum Thema Schuld und Unschuld, B.A. wird dieses Mal per Hypnose über die Wolken gebracht und dann wäre da noch der Gastauftritt von Lance Henriksen, der vor allem aus heutiger Sicht amüsant ist. Das übliche Quantum Witz (etwa Hannibals Entenlockruf) darf freilich auch nicht fehlen.

Drehbuchautorin Babs Greyhosky war hier letztmalig für die Serie tätig, nachdem sie zuvor bereits fünf andere Drehbücher zum A-Team beigesteuert hatte. Genau umgekehrt verlief es für Regisseur Tony Mordente, der sich mit diesem Debüt beim A-Team für sieben weitere Episoden bis 1986 qualifizierte. Neben einigen anderen Arbeiten war ab 1987 u.a. mehrfach für Matlock tätig und inszenierte noch später über 30 Episoden von Eine himmlische Familie.

 


Fazit:

Diese Folge ist sicher kein absolutes Highlight der Erfolgsserie und vermittelt über weite Strecken den Eindruck, dass man in allen produktionstechnischen Aspekten etwas kürzer treten musste. Dennoch gibt es keine wirklich großen Negativpunkte, eine durchgehend gute Unterhaltung wird ohnehin geboten und manche Szenen sind durchaus dazu geeignet, sich dauerhaft in der Erinnerung festzusetzen. Etwas, wenn B.A. mitten im Feuergefecht durch ein akustisches Missverständnis unfreiwillig schlafen legt. In diesem Sinne: "Maxime!"


Wertung: 4,5 von 6 Punkten


Der Lance-Faktor:

Rolle: Mack Dalton
Synchronsprecher: Reinhard Glemnitz

Bekanntermaßen ist Lance kein großer Freund solcher TV-Serien-Gastrollen, doch gerade in den frühen 80er Jahren war sein Status in der Filmlandschaft mit Sicherheit nicht groß genug, dass er derlei Engagements einfach ausschlagen konnte. Immerhin wird er in den Credits in hervorhebender Stellung mit "and Lance Henriksen as Mack Dalton" genannt, was angesichts des relativ geringen Umfangs seiner Rolle schon beachtlich ist. Immerhin taucht "Mack" überhaupt erst im zweiten Akt auf, hat dann ein paar sehr nette Momente mit einem herrlich aufspielenden Dwight Schultz als "Nash" und ist hiernach eigentlich in erster Linie als grimmig dreinblickender Ganove Nr. 2 mit von der Partie.

Als Sprecher bei diesem frühen TV-Auftritt fungierte Reinhard Glemnitz, der meinem Wissen nach hier das einzige Mal bei Lance zum Einsatz kam. Schauspieler Glemnitz ist ansonsten u.a. auf Kenneth Welsh, Richard Harris und Anthony Perkins zu hören gewesen, sprach Bernard Hill als König Théoden in Der Herr der Ringe ein und war in jüngeren Serienengagements etwa für Mitch Pileggi in Stargate Atlantis oder Michael Ironside in Smallville zu hören.

 

Wertung: 4 von 6 Punkten

DS